Schauspieler Harrison Browne über Heated Rivalry, Trans-Rechte im Sport, neue Studienlage und warum Sichtbarkeit im Eishockey Leben verändern kann.
Zwischen Popkultur und Profisport
Harrison Browne spricht ruhig, fast nüchtern, wenn er über den Moment redet, der für ihn persönlich große Bedeutung hatte. Der frühere Profi-Eishockeyspieler, heute Schauspieler, Autor und Filmemacher, bewegt sich derzeit an einer seltenen Schnittstelle: zwischen Leistungssport und Popkultur, zwischen politischer Debatte und fiktionaler Erzählung. Durch seine Rolle in der erfolgreichen Serienadaption Heated Rivalry ist er Teil eines weltweiten Medienerfolgs geworden – und zugleich eine der sichtbarsten trans Stimmen im nordamerikanischen Hockeyumfeld.
Dass die Serie ein so großes Publikum erreichen würde, habe er gehofft, aber nicht erwartet. „Es ist einfach wirklich cool, Teil von etwas zu sein, das sich zu einer solchen globalen Sensation entwickelt hat. Es ist ziemlich surreal.“ erzählt der uns im Interview. Noch stärker als die Reichweite beeindrucke ihn die emotionale Wirkung. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so weit tragen und zu einem echten Leuchtturm queerer Freude werden würde.“ Gerade in einem politischen Klima, in dem die Teilhabe trans Menschen im Sport zunehmend angegriffen wird, erfülle die Geschichte für viele eine Schutzfunktion. „Für viele ist das eine echte Erleichterung – ein Ort, an den man flüchten kann, eine Welt, die queere Freude und Widerstandskraft zeigt.“ Für ihn selbst sei die Resonanz in dieser Zeit ebenfalls wichtig gewesen: „In einem Moment, in dem trans* Athleti:innen unter Beschuss stehen, war das für mich fast wie ein Geschenk.“
„Es war heilsam“ – Harrison Browne über Repräsentation, Trans*rechte, Geld im Eishockey und warum Sichtbarkeit wichtig ist