Wasserknappheit, Dürren, Überflutungen – die Welt befindet sich inmitten einer Wasser– und Hygienekrise, die maßgeblich durch den Klimawandel verursacht wird. Auch die Familie des elfjährigen Al‑Tahir aus dem ländlichen Al‑Majadhib im sudanesischen Bundesstaat Kassala musste zunächst miterleben, wie extreme Wetterbedingungen und steigende Temperaturen das Wassersystem zum Versiegen brachten.

Zainab hat ihr ganzes Leben im ländlichen Al-Majadhib in Kassala verbracht. Jahrzehntelang verfügte ihre Gemeinschaft über reichlich Wasser und konnte ertragreiche Ernten einfahren. Das Wasser floss damals unaufhörlich.

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Zainab und ihr 11-jähriger Sohn Al-Tahir. © UNICEF/UNI944410/Dawod

In den vergangenen Jahren jedoch war Kassala – wie viele Teile des Landes – von extremen Wetterbedingungen und steigenden Temperaturen betroffen. Nach und nach wurden die Veränderungen unübersehbar. Die Bohrlöcher trockneten aus oder brachen zusammen, sodass hunderte Familien in Al-Majadhib keine sichere Wasserquelle mehr hatten. Mangels Alternativen waren die Familien gezwungen, Wasser aus einem offenen Kanal zu schöpfen – gemeinsam mit Tieren und voller Insekten. Das Wasser von dort setzte Kinder täglich dem Risiko von Krankheiten aus. Die Last des Wasserholens lag jedoch weiter bei ihnen.

Zainabs elfjähriger Sohn Al-Tahir erinnert sich gut an diese schwierige Zeit. Gemeinsam mit seinen Geschwistern ging er dreimal am Tag zum Kanal und trug schwere Wasserkanister.

„Es war sehr anstrengend“, sagte er leise. „Im Wasser waren viele Insekten, die an uns klebten – gleichzeitig liefen auf der Straße Hunde herum.“

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Der elfjährige Al-Tahir wäscht sich zu Hause die Füße. © UNICEF/UNI944435/Dawod

Trotz aller Mühe reichte das Wasser nie aus. Zainab musste die wenigen Mengen, die ihr zur Verfügung standen, für das Kochen und Abwaschen einsetzen. Wenn möglich, versuchte sie etwas für das Baden und Händewaschen aufzusparen. Die vielen Stunden, die ihre Kinder mit der Wassersuche verbrachten, führten dazu, dass sie zu spät zur Schule kamen oder den Unterricht ganz verpassten.

Wassersystem funktioniert wieder

Zainab erinnert sich noch genau an den Moment, als das neue Wassersystem in Al‑Majadhib eingeschaltet wurde. Zwei Jahre lang beobachteten die Familien, wie Ingenieur*innen Rohre verlegten, Wassertanks bauten, Solarpaneele installierten und unterirdische Speicher anlegten. Dann, eines Tages, erreichte sauberes Wasser endlich ihre Häuser. „Meine Tochter kam von der Schule nach Hause, und ich sagte ihr, dass das Wasser jetzt aus den Hähnen fließt“, erzählt Zainab. „Sie lachte so sehr, dass sie sich vor Freude aufs Bett fallen ließ.“ Die Nachricht verbreitete sich schnell. Sauberes Wasser – einst ein ferner Traum – war plötzlich Realität geworden.

Mit Unterstützung der schwedischen Regierung installierte UNICEF zwei leistungsstarke, solarbetriebene Wassersysteme in zwei Dörfern in Kassala und versorgte damit über 6.000 Menschen mit sicherem Trinkwasser.

Die vollständig mit Solarenergie betriebenen Systeme liefern Tag und Nacht eine konstante Wasserversorgung. Mehrere Entnahmestellen – gemeinschaftliche Wasserpunkte, Zapfstellen für Wassertanker und Tränken für Tiere – stellen sicher, dass Familien, Landwirt*innen und Vieh gleichermaßen profitieren.

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Das neue Wassersystem in Al-Majadhib. © UNICEF/UNI944426/Dawod

Im ganzen Land baut UNICEF solarbetriebene, klimaresiliente Wassersysteme, um den Zugang zu sauberem und sicherem Wasser zu verbessern – Gemeinschaft für Gemeinschaft, auch in Orten, die Familien aufnehmen, die vor Konflikten geflohen sind. Wasser näher zu den Menschen zu bringen, schützt die Gesundheit der Kinder, stellt die Würde der Familien wieder her, stärkt ihre Lebensgrundlagen und gibt Kindern die Freiheit, wieder zur Schule zu gehen – und zu träumen.

Beitragsbild: UNICEF/UNI944433/Dawod

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